Donnerstag, 19. Februar 2009

Norges morsomste ord

= Norwegens lustigste Wörter - aus der Sicht der deutsch-sprachigen.

Norwegisch ist nicht schwer. Oft muss man einfach englisch und deutsch mischen, es melodiös aussprechen und es kommt norwegisch heraus.
Hier ein kleiner Vokabel-Einblick in die Sprache der Norweger.

unnskyld (sprich: ünnschüll) - Entschuldigung
boller - Brötchen
hallomann - Ansager, Sprecher
hallodame - Ansagerin, Sprecherin
fikk - bekam (Präteritum von bekommen)
hyggelig - nett, gemütlich
gammel - alt
en hyggelig gammel dame - eine nette alte Frau
overdrive - übertreiben
agurk - Gurke
ikke - nicht
flott - toll
bestemor, bestefar - Großmutter/-vater
slappe av - sich entspannen
fengsel - Gefängnis
sau - Schaf
kul - cool (im Sinne von toll, dufte)


Fortsettelse følger (na, was das wohl heißten wird...)

Mittwoch, 11. Februar 2009

Oleoleeee Norge

Haaaaha, "wir" haben gegen Deutschland im Fußball gewonnen!


Beware of the Norwegians

Sonntag, 8. Februar 2009

Rentier-Rennen

In Tromsø folgt ein Festival dem nächsten. Kaum ist das International Film Festval vorbei, geht es mit der Saami Week weiter, während der die Sami die ganze Woche lang ihre Traditionen aufleben und die restlichen Nordnorweger daran teihaben lassen. Auf dem Makrtplatz stand ein großes Tipi, in dem ein Feuer brannte. Die Sami haben Feuer scheinbar gerne in Räumen.



Das Highlight war zweifelsohne das Rentier-Rennen quer durch die Fußgängerzone. Das ist eine kleine Nationalsportart hier. Auf Skiern lassen die Teilnehmer sich durch die 201 m lange Straße in ca. 15 Sekunden ziehen. Es starten immer zwei Rentiere gleichzeitig, und sie scheinen sich so zu mögen und gerne zusammen laufen zu wollen, dass sie dicht an dicht nebeneinander den Weg zurücklegen ohne zu wissen, dass sie Konkurrenten sind. Die "Fahrer" im Schlepptau sind indes damit beschäftigt, nicht wie ihre Rentiere gegeneinander zu reiben. Das lustige Vierergespann ist fast schneller vorbei als man gucken kann, aber man sieht etwas buntes vorbeiwischen und hört dann das dumpfe Aufeinanderprallen von Handschuhen (Klatschen auf norwegisch) - wer nicht klatscht, beißt wohl gerade in seinen Rentier-Döner, den es auf dem Marktplatz zu kaufen gibt - irgendwas muss ja aus den Verlierern des Rennens gemacht werden. Die Geweihe sind auch schon abgesägt, sonst würden sie gar nicht in die Startboxen passen.

Mittwoch, 28. Januar 2009

Es werde Licht

Seit einigen Tagen wagt die Sonne sich wieder über den Horizont, jeden Tag ein paar Meter und viele Minuten mehr. Das muss natürlich jedes Jahr gefeiert werden, z.B. mit Solboller (Sonnenbrötchen), die es um den 21. Januar überall gibt. Das ist nichts anderes als Kreppel (Berliner, Krapfen, Pfannkuchen, whatever, oder eben solboller, um eine weitere Vokabel einzuführen).
Das großzügige Student Councelling Center konnte es wieder einmal nicht lassen, alle internationalen Studenten auf ein paar solboller ("we will serve one solbolle each to cheer you up") und warme Getränke ("to represent the warmth of the sun") zur Welcome Back Sun Celebration ins Sami Cultural House in der Uni einzuladen. Sami sind die Ureinwoher von Nordskandinavien, und Indigenous Studies kann man hier natürlich auch studieren. Im Sami Cultural House riecht es nach Holz von den vielen Stützbalken und in der Mitte des scheinbar rechter-winkel-losen Raumes brannte ein Lagerfeuer, das neben vielen Kerzen die einzige Lichtquelle war. Die Sonne selbst war zu der Tageszeit schon wieder weg. Hyggelig.

Bevor die Sonne kam, wurde die Dunkelheit Anfang Januar für das International Film Festival genutzt, das jedes Jahr in Tromsø stattfindet. In diesen Tagen fühlt es sich noch weniger an, als sei man sonstwo. Es scheint die ganze Welt hier gewesen zu sein. Während einer Woche konnte man in verschiedenen Kinos von morgens bis abends die neuesten Filme aus allen möglichen Ländern sehen. Und natürlich mal wieder als Volunteer arbeiten, und im Gegenzug permanent Filme gucken (die meisten Austauschstudenten waren sofort zur Stelle). Auch während der "Dienstzeit", denn wenn alle Karten kontrolliert waren, durfte, ja musste man sich sogar mit in den Film reinsetzen um zu schauen ob alles richtig läuft, mit Ton, Untertiteln und richtigherumem Bild. Meist lief alles richtig. Ein harter Job.
Volle Kinosäle morgens um neun unter der Woche sieht man sonst selten.
Wer mehr wissen will: am 7. Februar gibt es auf arte einen Beitrag über das Festival in der Sendung Metropolis. Den dazu passenden arte Reporter habe ich im Kinofoyer rumlaufen sehen.

Mittwoch, 17. Dezember 2008

Schnee II (jetzt taut's)

Das Thermometer im Internet zeigt für Tromsø gerade 4°C an, während in Deutschland eher 0° herrschen. Man mag kaum glauben, über dem Polarkreis zu sein, wenn man den Schneemassen beim Schmelzen zugucken kann.

Zum Glück hat der Dezemberschnee aber doch einige Zeit gehalten. So konnte man auf alternative Verkehrsmittel umsteigen, wie zum Beispiel Skier oder Porutsche. Busse und Autos fahren aber auch noch, die stört das am wenigsten.

Mit Skiern auf der "Lysloipe" (ein beleuchteter Ski-Langlauf-Weg über die ganze Insel, mit Spurrillen für Skier und vielen Hügeln) kommen die meisten Norweger recht schnell voran und fahren so auch gerne zur Arbeit. Nachdem ein paar Austauschstudenten herausgefunden hatten, dass man sich beim Roten Kreuz Skier ausleihen kann (umsonst für eine relativ unbestimmte Weile, aber nicht zu lange, und Telefonnummer hinterlassen, damit die wissen wo sie anrufen sollen, falls wir die Skier nicht zurückbringen, kein Ausweis, kein Pfand - blindes Vertrauen mal wieder), liefen alle in Scharen dorthin um die erste und für manche auch letzte Gelegenheit zu nutzen, es einmal auszuprobieren.
Mein Vorsatz für das nächste Jahr: Kurven fahren lernen. Der Schnee im Graben am Wegesrand ist zwar schön weich, aber praktisch wäre es schon, nicht nach jedem Abhang der in einer Kurve endet, einfach geradeaus zu fahren und dabei die Gegenfahrrille zu kreuzen oder mit einem der beiden Skiern in der Rille zu landen, aber nur mit einem.

Langsam wird es in den Wohnheimen leerer, nur ein paar standhafte halten die Stellung und verbringen Weihnachten hier. Alleine bleiben muss keiner, denn die Uni bietet für die Austauschstudenten, die ein norwegisches Weihnachten erleben wollen, eine Vermittlung in warmherzige lokale Familien an, die je einen Studenten an Weihnachten zu sich nach Hause einladen um mit ihnen Weihnachten zu feiern. Ist das nicht großartig?
Ich fahr aber trotzdem nach Hause :)


Irgendwo da hinten ist die Sonne.


Erstmal Schnee wegschieben...


...und einen Weg bahnen.


Lysloipe.


Donnerstag, 13. November 2008

Nordlys



Es gibt sie schon seit einiger Zeit, ich habe sie bisher nur verschwiegen. Auch kann man sie eigentlich weder beschreiben, noch auf Fotos festhalten. Man kann sie auf Postkarten kaufen, dort sehen sie allerdings meist kitschig aus.
Hier ein Versuch, sie dennoch in Worte zu fassen.

Sie können jederzeit auftauchen wenn bestimmte Bedingungen gegeben sind, das wären einzig Dunkelheit und klarer Himmel. Von ersterem gibt es mittlerweile genug, und letzteres kommt auch immer wieder vor.
Wenn sie über den Himmel ziehen, kann man die Norweger von den Nicht-Norwegern klar unterscheiden. Die einen gehen gelassen ihres Weges, die anderen starren gebannt nach oben und freuen sich.

Ein Nordlicht ist keine starre Erscheinung, sondern sehr dynamisch, wie durch einen Wind verweht. An nordlicht-aktiven Abenden kleben daher immer wieder die Gesichter der internationalen Studenten an den Fensterscheiben der Wohnheimsiedlung. "Nordlichter im Anmarsch" "Guck mal, da kommen wieder welche" "Boa, jetzt sind se aber doll" "jetzt wirds grad weniger" "Ui, von hier musste mal gucken" "Kraaahass" "Aber immer nur grüne, gä. Hab noch nie n rotes gesehen" "Lass ma Fotos machen" "Nee das wird doch nichts" "Kalt, macht mal Fenster zu" ...

Nordlichter haben irgendetwas mit Physik zu tun, und Chemie. Aber sie sehen auch toll aus und solange man sich im Klaren darüber ist, dass es sich nicht um Vorboten kommenden Unheils oder Götter mit bunter Taschenlampe handelt, reicht das vollkommen, finde ich. Spannend ist es dennoch, aber Wikipedia weiß noch ein bisschen mehr und hat auch ein paar kitschigere Fotos parat.

Das mit dem Foto konnte ich dann aber auch nicht lassen.

Mittwoch, 5. November 2008

The northernmost Whatever

Unskyld, ich habe lange nicht geschrieben. Nach so viel draußen sein musste ich auch mal was für die Uni tun. Da es jetzt dunkel wird, ist es auf den Bergen auch ein bisschen einsam geworden.

Als es hier vor ein paar Wochen noch nicht dunkel genug war, bin ich mit drei Internationalen nach Svalbard geflohen. Dort waren es schon gemütliche -10°C und Schnee! Bereits am Flughafen in Longyearbyen outeten wir uns als Touristen. Erstmal ganz viele Fotos vom Schnee und Svalbard-Airport Schildern machen und Schnee anfassen und sich dabei freuen. Freundlich aber bestimmt wurden wir nach drinnen gebeten, als wir als die Letzten auf dem Landeplatz waren, die sich begeistert im Kreis drehten.
Diese Begeisterung hielt die nächsten 4 Tage an, in denen wir die Gegend erkundeten. Räumlich beschränkte sich das auf die Stadt, was jedoch nicht schlimm war, denn dort wird man nur sehr unwahrscheinlich von Eisbären überfallen, und wir hatten ja kein Gewehr. Das ist Vorschrift beim Verlassen der Stadt, so normal wie Anschnallen im Auto.
Um etwas zu sehen sind wir einfach auf einen Berg geklettert und waren der Sonne schon ein Stück näher. Gesehen haben wir sie nicht, aber den Beweis ihrer Existenz lieferten die umgebenden rötlich angestrahlten weißen Berggipfel.







In den "northernmost" Kneipen gab es bezahlbares northernmost Bier, denn Svalbard ist - taxfree :)
Und nicht nur aus diesem Grund erinnert die Stadt an einen Flughafen. Kleine Läden, sehr international, taxfree. Und alle sind fasziniert, aber kaum einer bleibt wirklich lange.
Diejenigen die länger bleiben, meist zum Forschen oder studieren in der northernmost Universität. Die eigentlich keine eigenständige Uni ist sondern ein Projekt von allen großen norwegischen Unis zusammen. Wie überall in Svalbard zieht man auch in der Uni beim Betreten des Gebäudes seine Schuhe aus. Natürlich kann auch alles in der Garderobe gelassen werden, hier weiß keiner was klauen ist. Wenn man im Uni-Gebäude dann auf Wollsocken durch die hölzernen Gänge schliddert und vergebens nach rechten Winkeln oder geraden Wänden sucht, braucht man schon einen sehr überzeugenden Grund, das Gebäude wieder verlassen zu wollen.

Das Überall-Schuhe-Ausziehen ist übrigens wörtlich gemeint. Kneipen, Restaurants, Museum, Hostel. Dadurch fühlt sich die ganze Stadt wie eine große Familie an.
Schon nach 4 Tagen hat man das Gefühl, jeden Einwohner mindestens einmal gesehen zu haben. Auf dem Weg zum Flughafen sammelten sich im Bus wieder viele bekannte Gesichter, von denen, die wie wir dann eher nicht so lange bleiben.









Zurück in Tromsø legten wir uns dann erstmal in Badesachen in die Sonne. Nee Spaß. Mittlerweile ist auch hier der Schnee im Tal angekommen und beschränkt sich nicht mehr nur auf die weit entfernten Bergspitzen oder Spitzbergen.

Der Blog-Titel wird langsam vertretbarer. Wenn man zu lange schläft kann man schonmal die Abenddämmerung mit dem Morgengrauen verwechseln. Auch nicht schlimm, denn es gibt ja die Full Spectrum Light "Sun Showers" in der Uni, unter die man sich morgens stellen kann um eine Portion "Sonne" zu bekommen. Aber noch ist der Tag anhand der Lichtverhältnisse eindeutig als solcher zu erkennen und die Sonnendusche kann noch warten.